Breitenberg

Das Gleitschirm-Fluggebiet Breitenberg

Der Breitenberg ist ein sehr vielseitiger Flugberg und verfügt über verschiedenste Startplätze sowie den per Querung über das Vilstal erreichbaren Zirmengrat mit der Falkenstein-Ruine als alternative, besonders im Frühjahr und Herbst in der Region einzigartige Thermikquelle. Die Landschaft ist mit dem großen, den Ort prägenden Werksgelände der Firma DMG Mori (ehem. Deckel Maho) in Pfronten sowie dem Zementwerk Schretter im benachbarten Vils vielleicht nicht ganz so bilderbuchmäßig wie am Tegel- und Buchenberg, bietet aber ebenfalls einen grandiosen Blick auf viele Seen und die umliegende Bergwelt sowie neben der bereits erwähnten, vis-à-vis gelegenen Burgruine Falkenstein zusätzlich die etwas weiter gelegenen Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg.

Im Vergleich zum benachbarten Tegelberg ist das Procedere am Breitenberg etwas unkomplizierter: Eine Einweisungskarte (an der Kasse der Breitenbergbahn erhältlich) braucht man zwar auch. Dafür ist das Parken kostenlos, und Schlange stehen muss man an der Breitenbergbahn auch eigentlich nie. Startplätze gibt es gleich mehrere, von Einsteiger-geeignet bis anspruchsvoll, und vor nichtfliegenden Zuschauern hat man dort meistens seine Ruhe.

Aus aktuellem Anlass: Beschädigungen an Weidezäunen, die nicht unkompliziert und zuverlässig direkt selbst repariert werden können, sind umgehend der Breitenbergbahn zu melden, um unnötige Ärgernisse wie entlaufenes Vieh und daraus resultierende Konflikte zu vermeiden! Die Mitarbeiter kümmern sich dann freundlicherweise im Interesse aller (Bahn/Gemeinde als Geländehalter, benachbarte Landwirte, Flieger) um die Instandsetzung. Es muss niemand etwas befürchten, solange Schäden sofort gemeldet und durch einen angemessenen Beitrag in die dortige Kasse zum Ausgleich etwaiger Schäden der Landwirte wiedergutgemacht werden.

Hinweis Breitenberg

Startplätze

Startplätze für Gleitschirmflieger gibt es am Breitenberg gleich vier: Den Brandplatz, etwa 10-15 Minuten Aufstieg (vorbei an der Hochalphütte) von der Gipfelstation der Gondelbahn aus, den Nordstartplatz nur etwa 3-5 Minuten weiter bergaufwärts, das Kesselmoos, welches man nach etwa 10 Minuten Abstieg von der Gipfelstation der Sesselbahn erreicht, und das 15 Minuten Fußmarsch oberhalb der Sesselbahn gelegene Engerle.

Startplatz Breitenberg

Haupt-Windrichtung am Breitenberg ist Ost. Bei westlichem Wind dagegen liegen die Startplätze im Lee. Hier die Vor- und Nachteile der vier Startplätze:

    • Der Brandplatz ist am schnellsten und preiswertesten erreichbar: Vom Ausstieg der Gondelbahn läuft man nur ca. 10-15 Minuten, zunächst Richtung Hochalphütte. An dieser steigt man rechts vorbei weiter auf, bis man eine scharfe Linkskurve des sehr steinigen Schotter-Wanderweges erreicht. Dort läuft man dann rechts über die Wiese, wo im Winter ein Schneefangzaun steht (im Sommer sind dort nur noch dessen Bodenverankerungen zu sehen). Der Brandplatz bietet ausreichend Platz für 10 oder sogar noch mehr Schirme, die neben- und hintereinander auf der eher sanft geneigten Wiese ausgelegt werden können. Die sanfte Neigung führt allerdings leider auch dazu, dass man bei nicht optimal von vorn anstehendem Wind häufig sehr lange laufen muss, um abzuheben. Ein Abbruch ist aber jederzeit problemlos möglich, da der Startlauf fast unbegrenzt lang ist. Ausgerichtet ist der Brandplatz nach Osten, auch bei Südostwind ist er oft noch startbar. Bei Nordwind ist Vorsicht geboten, da man dann in den Leerotor des linker Hand gelegenen Grates startet und stattdessen den Nordstartplatz wählen sollte. Im Sommer ist auf weidendes Vieh zu achten, im Winter auf Skifahrer, da dann die Piste direkt vor dem Brandplatz verläuft, was aber auch den Vorteil hat, dass sie gewalzt ist.
    • Der Nordstartplatz liegt vom Brandplatz aus nur etwa 3-5 Minuten weiter aufwärts. Man folgt dem Wanderweg über eine scharfe Links- und eine sich anschließende scharfe Rechtskurve und biegt dann rechts ab in Richtung einer kleinen Hütte unten im Geländeeinschnitt. Dort finden etwa 2-3 Schirme gleichzeitig Platz. Hier sollte wirklich nur bei Nordwind gestartet werden, um nicht ins Lee des Brandplatzes zu geraten.
    • Das Kesselmoos erreicht man am bequemsten, wenn man nach dem Ausstieg aus der Gondelbahn ca. 3 Minuten weiter zum Hochalp-Sessellift geht und von dessen oberem Ausstieg aus dann etwa 10 Minuten den Wanderweg entlang absteigt. Auf der linken Seite sieht man dann schon die Windbänder. Klarer Nachteil des Kesselmoos: Wie der Name „Moos“ schon andeutet, ist es dort fast immer sehr sumpfig und teilweise auch sehr uneben. Prinzipiell bietet es zwar recht viel Platz zum Auslegen, es ist aber oft nicht einfach, einen auch halbwegs trockenen Platz zu finden. Im Vergleich zum Brandplatz gewinnt man ca. 100 Höhenmeter, und man steigt (bei Nutzung der Sesselbahn) ab statt auf. Wie der Brandplatz ist auch das Kesselmoos östlich ausgerichtet, in Richtung Südost aber weniger tauglich (dafür bei Nordostwind unkomplizierter).
    • Das Engerle ist schließlich der höchstgelegene Startplatz des Breitenbergs. Vom oberen Ausstieg des Sesselliftes marschiert man noch gut 15 Minuten bergauf Richtung Ostlerhütte, bevor der Startplatz dann rechts durch den großen Windsack zu erkennen ist. Da er im Gegensatz zu den drei vorgenannten Startplätzen direkt am Wanderweg liegt, muss man hier mit zahlreichen nichtfliegenden Zuschauern rechnen. Platz ist für etwa 3-4 parallel auszulegende Schirme. Man läuft beim Start über eine Wiese, die sich zunächst trichterförmig in Form einer Rinne zuspitzt und schließlich fast senkrecht in felsiges Gelände abfällt. Da der Startlauf zudem eher kurz ist, empfiehlt sich das Engerle nur für sichere Starter, die bei Bedarf zügig die Entscheidung zum Startabbruch treffen. Ausgerichtet ist auch das Engerle nach Osten. Zum Almabtrieb im Herbst wird das Engerle zeitweise gesperrt, da ein Weidezaun aufgestellt werden muss, um abstürzendes Vieh zu vermeiden, wodurch der Startlauf nicht mehr möglich ist. Bitte den entsprechenden Hinweis an der Bergbahn beachten und dann auf die anderen Startplätze ausweichen.

Westwind spürt man am Breitenberg nur ganz oben, ab dem Ausstieg des Sesselliftes. An den drei darunterliegenden Startplätzen (Brandplatz, Nordstartplatz, Kesselmoos) erscheint der Wind dann im Lee oft startbar, teils scheint er sogar optimal von vorn zu kommen. Startet man in eine solche Leewalze, erwarten einen jedoch danach in der Luft heftige Turbulenzen und starkes Sinken. Wir bitten daher darum, bei überregional westlichem Wind signifikanter Stärke (ab ca. 10 km/h) den Breitenberg zu meiden und auf die benachbarten, westlich ausgerichteten Berge (z.B. Neunerköpfle oder Tegelberg) auszuweichen. Zweckmäßig ist es zum Windcheck, nicht nur die Holfuy-Station am tief gelegenen Brandplatz, sondern auch die Telefon-Windstation, die sich oben am Ausstieg des Sesselliftes befindet, per Anruf zu befragen. Auch der Wind am nahe gelegenen Hahnenkamm-Grat zeigt sehr gut an, ob überregional östlicher oder westlicher Wind vorliegt.

Fliegen, Thermikquellen

Ist man am Brandplatz gestartet, findet man an der Mittelstation der Bergbahn den ersten möglichen Thermikeinstieg. Alternativ kann man von dort dann kehrum machen und an den Ausgang des Kesselmooses fliegen. Dort und auch entlang der gesamten Kante unterhalb der Ostlerhütte lassen sich bei sommerlichem Wetter Thermiken finden – manchmal recht geländenah, manchmal auch sogar besser mit etwas Abstand zum Berg. Eine weitere Thermikquelle ist das großflächige Werksgelände („Deckel Maho“) in Pfronten.

Da der Breitenberg nordöstlich ausgerichtet ist, befindet er sich besonders im Frühjahr und Herbst überwiegend im Schatten – dann ist es erfolgversprechender, direkt nach dem Start das Vilstal zu queren und zur gegenüberliegenden Ruine Falkenstein zu fliegen. Je nach gewähltem Startplatz und dessen Höhe kommt man dort oft noch mehr oder weniger über der links vom Falkenstein gelegenen Wiese (auf der sich ein Hotel befindet) an und kann dann die kurz vor dem Grat beginnende Thermik des optimal ausgerichteten Südhangs nutzen. Je stärker allerdings der überregionale Nordwind ist, desto turbulenter wird die Luft, da die aus dem steilen, felsigen Südhang aufsteigenden Thermiken ab Grathöhe vom überströmenden Nordwind zerrissen werden. Der Falkenstein ist daher für seine Ruppigkeit berüchtigt! Bei nennenswertem Nordwind sollte man darauf achten, keinesfalls hangnah unter Grathöhe zu fliegen, da dies dann durch die sich dort ergebenden Leewirbel sehr unangenehm bis gefährlich ist.

Landeplatz

Der Landeplatz am Breitenberg ist nicht ganz so unkompliziert wie jene an Tegel- und Buchenberg: Nicht ganz eben und mit Hindernissen wie Bäumen, Büschen, einer Hütte und den Seilen der Bergbahn versehen, fordert er das Pilotenkönnen etwas mehr heraus. Zunächst sorgt die Kuppe am westlichen Ende, die bei vorherrschendem östlichen Wind den Beginn des Landeplatzes darstellt, dafür, dass sich Flieger nicht selten verschätzen und zu tief oder zu hoch anfliegen. Durch die (eingezäunte) Hütte am nördlichen Rand des Landeplatzes sind Endanflüge aus Norden oder Süden nicht zu empfehlen. Fliegt man aus Westen zu hoch an, begrenzt die Bergbahn den Endanflug. Weiterhin befinden sich diverse Stromleitungen und abgezäunte Wiesen im Umfeld, so dass man stets mit ausreichend Sicherheitshöhe zum Landen gehen sollte. Insbesondere am Falkenstein sollte man unter Grathöhe nicht zu lange und zu tief suchen: Außenlandungen sind am Breitenberg nicht gern gesehen und zu vermeiden, um unnötige Konflikte mit Geländeeigentümern auszuschließen. Letztlich ist die Landewiese aber, wenn auch kleiner als an den benachbarten Bergen, für die meisten Piloten machbar. Nach dem Zusammenpacken steht dann noch ein Fußmarsch von ca. 5 Minuten zurück zur Talstation der Breitenbergbahn an.

Landeplatz Breitenberg

Da sich die Flieger am Breitenberg auf vier verschiedene Startplätze verteilen und der Landeplatz nicht direkt an der Bergbahn bzw. am Parkplatz liegt, ist der Berg auch für nicht so gesellige Piloten, die gern ihre Ruhe haben, halbwegs geeignet. Wer sich dagegen nach dem Flug noch unterhalten möchte, findet im Café/Bistro unten an der Breitenbergbahn in aller Regel noch Kollegen.

Flugbetriebsordnung: FBO Breitenberg 2020

In den Untermenüs (Gelände/Breitenberg/…) findest Du zusätzliche Informationen zum Breitenberg:

Viele weitere nützliche Infos finden sich auch in unseren FAQ für Gastpiloten.