Hike & Fly im Alpbachtal – schwitzen, warten, fliegen

Unsere Hike & Fly Vereinsausfahrt führte uns dieses Mal ins wunderschöne Alpbachtal nahe dem Zillertal. Organisiert wurde die Tour von Tomasz – und wer Tomasz kennt, weiß: Da wird nichts dem Zufall überlassen.

Um 11:30 Uhr trafen wir uns an der Talstation der Reitherkogelbahn. Neben Tomasz waren neun weitere motivierte Ostallgäuer Gleitschirmflieger am Start, alle mit Rucksack, Schirm und der Hoffnung auf einen schönen Flugtag. Bevor es losging, gab es zunächst eine ausführliche Einweisung zum Landeplatz. Tomasz erklärte uns die wichtigsten Punkte, mögliche Anflüge und worauf besonders zu achten ist.

Anschließend ging es zu Fuß hinauf Richtung Reither Kogel. Auch hier zeigte sich die gute Vorbereitung: Tomasz hatte die Wege zum Startplatz bereits vorab erkundet und erklärte uns unterwegs an den Abzweigungen genau, welche Varianten möglich waren. Irgendwann teilte sich die Gruppe auf. Die einen wählten den gemütlicheren Weg, die anderen entschieden sich für die sportlichere Variante.

Bei sommerlichen Temperaturen kamen wir schließlich am Startplatz an. Der Ausblick war traumhaft, die Stimmung gut – nur der Wind hatte offenbar andere Pläne. Der blies uns erst einmal kräftig entgegen. Also gab es auch hier eine gründliche Startplatzeinweisung durch Tomasz, bevor wir es uns in der Sonne bequem machten und hoffnungsvoll auf bessere Bedingungen warteten.

Wir genossen den Blick ins Alpbachtal, die Wärme und die gemeinsame Zeit am Berg. Nur der Wind ließ sich nicht so recht beeindrucken. Gegen 16 Uhr war immer noch keine wirkliche Besserung in Sicht. Also beschlossen wir, wieder Richtung Tal zu laufen – mit der Hoffnung, auf den tiefer gelegenen Wiesen vielleicht doch noch startbare Bedingungen zu finden.

Der Weg führte uns am unteren Rand des Startplatzes vorbei. Dort fühlte sich der Wind plötzlich deutlich schwächer an. Also blieben wir stehen, beobachteten weiter und fragten uns: Ist das nur ein kurzer Moment – oder meint es der Wind jetzt doch noch gut mit uns?

Und tatsächlich: Die Warterei wurde belohnt. Nach kurzer Zeit passten die Bedingungen, und plötzlich ging alles ganz schnell. Wir machten uns startbereit, während auch einige einheimische Piloten auftauchten. Dann hieß es endlich: raus in die Luft.

Der Flug entschädigte für das Warten. Gemeinsam konnten wir den Hangwind mit eingelagerten Thermiken nutzen und ein Stück weit das Alpbachtal entlang soaren. Nach der schweißtreibenden Wanderung und der Geduldsprobe am Startplatz fühlte sich das natürlich besonders gut an.

Zum Ausklang trafen wir uns im Biergarten nahe des Landeplatzes an der Talstation. Dort wurde der Tag noch einmal ausführlich besprochen – wie es sich gehört. Am Ende waren sich alle einig: Es war eine rundum gelungene Ausfahrt mit schöner Wanderung, guter Stimmung, etwas Geduldsspiel und einem umso schöneren Flug.

Ein herzliches Dankeschön an Tomasz für die Organisation, die Vorbereitung der Wege und die umsichtigen Einweisungen. Wir freuen uns schon auf die nächste Tour!

OAL-GS XC Königswinkel am Breitenberg: Gemeinsamer Flugtag mit viel Freude, coolen Flügen und Wissensvermittlung

OAl-GS XC Königswinkel am Breitenberg im Mai 2026

Für Samstag, den 9. Mai, organisierte der Verein rund um Heiko erneut das XC Königswinkel Fliegerevent, an dem Astrid und ich erstmals teilnahmen.

Beim Streckenfliegen stehen wir noch am Anfang und waren uns zunächst unsicher, ob so ein Event der richtige Rahmen für uns ist. Heiko stellte aber klar: Alle sind willkommen, egal ob Anfänger*in oder Profi. Genau dafür gibt es solche Veranstaltungen. Bereits das Briefing am Vorabend per Teams war voller wertvoller Tipps zu Wetter, Flugrouten, Start- und Landeplätzen.

Die Wetterprognose war zunächst durchwachsen. Nach nächtlichem Regen trafen sich dennoch rund 40 Pilot*innen an der Talstation der Breitenbergbahn. Nach einem kurzen Briefing ging es zum Startplatz Brandplatz. Dort hieß es zunächst warten, beobachten und Erfahrungen austauschen. Die Thermik entwickelte sich langsam, gleichzeitig bestand später Gewittergefahr.

Unser einziges Ziel war simpel: sauber starten und schauen, was möglich ist. Astrid startete vor mir, ich musste meinen ersten Versuch wegen einer eingeklappten Front abbrechen. Beim zweiten Versuch klappte es und ich fand mit Heikos Tipps erste Thermik am Breitenberg. Bald schraubten wir uns über Ostlerhütte und Gipfel nach oben. Dieses Gefühl, bekannte Berge plötzlich von oben zu sehen, war überwältigend.

Wir entschieden uns für eine kleinere Route Richtung Vilser Kogel. Immer wieder halfen uns Thermikfunde weiter. Gleichzeitig mussten wir Wind, Lee-Seiten und Wetterentwicklung im Blick behalten. Besonders schön war es, Astrid zwischendurch wiederzufinden und gemeinsam zu kreisen. Später wurde die Thermik jedoch sehr stark und ich wurde kurzzeitig in Wolkennähe eingesaugt, was mir deutlich zeigte, dass es Zeit zum Landen wurde.

Am Ende blieb ein großartiger Flugtag voller Lernerfahrungen. Einige Pilot*innen schafften sogar die große Forggensee-Runde. Beim gemeinsamen Ausklang in Buching wurde klar, wie viel Herzblut im Verein steckt. Unser Dank gilt besonders Heiko und dem Vorstand für die professionelle Organisation. Für uns steht fest: Wenn es zeitlich passt, wollen wir künftig häufiger dabei sein.

Den ausführlichen Artikel könnt ihr auf Millas Blog lesen.

Autorin: OAL-GS Mitglied Milla Schütz

Hike-and-Fly mit Tomasz aufs Hörnle

Am Samstag, den 18.04.2026, war es wieder so weit: 11 Mitglieder des OAL-GS machten sich gemeinsam auf den Weg zu einer wunderschönen Hike-and-Fly-Tour aufs Hörnle in Bad Kohlgrub. Organisiert und begleitet wurde der Ausflug von Tomasz, der mit viel Engagement und Überblick für einen rundum gelungenen Tag sorgte.

Für viele aus der Gruppe war das Hörnle als Flugberg noch unbekannt – umso größer waren Neugier und Vorfreude auf dieses gemeinsame Abenteuer. Los ging es am Parkplatz aber nicht direkt bergauf, sondern zunächst zum Landeplatz. Dort gab Tomasz eine ausführliche Einweisung zur Landeeinteilung und erklärte die besonderen Gegebenheiten am Landeplatz und im Fluggebiet. So waren alle bestens vorbereitet und konnten mit einem guten und sicheren Gefühl in den Tag starten.

Danach begann der Aufstieg. In angenehmem Tempo ging es gemeinsam die rund 500 Höhenmeter hinauf. Der Weg bot Zeit für Gespräche, Vorfreude und dieses besondere Gefühl, als Gruppe unterwegs zu sein. Oben angekommen warteten der Gipfel, der Startplatz und beste Stimmung auf uns.

Bevor es in die Luft ging, folgte noch die Startplatzeinweisung durch Tomasz. Gemeinsam wurden Wind und Wetter aufmerksam beobachtet und die Bedingungen genau eingeschätzt. Dann kam dieser besondere Moment, auf den beim Hike and Fly alle hinfiebern: das Starten.

Und was für ein Moment das war! Alle Teilnehmenden konnten zu einem schönen Flug abheben und kamen sicher, sauber und zufrieden wieder unten an. Ein rundum gelungener Flugtag, der sicher allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Besonders lange in der Luft war an diesem Tag Robert unterwegs – unser augenzwinkernder Held des Tages. Herzlichen Glückwunsch zu dieser starken Airtime!

Am Landeplatz wurde anschließend noch gemütlich zusammengesessen, über die Flüge gesprochen, Eindrücke geteilt und das Erlebte gemeinsam nachklingen gelassen. Genau diese Momente sind es, die unser Vereinsleben so besonders machen: zusammen unterwegs sein, gemeinsam erleben und die Begeisterung fürs Fliegen teilen.

Und weil der Tag noch lange nicht zu Ende war, nutzten einige aus der Gruppe die frühe Stunde und brachen direkt noch zu weiteren Flügen an den Buchenberg und den Tegelberg auf.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für diesen wunderbaren gemeinsamen Tag – und ein ganz besonderer Dank geht an Tomasz für die Organisation, die Einweisungen und die tolle Begleitung. Ebenso danken wir der Flugschule Edelweiß, mit der sich Tomasz im Vorfeld zur Vorbereitung abgestimmt hatte.

Solche Tage zeigen einmal mehr, was den OAL-GS ausmacht: Gemeinschaft, Leidenschaft und unvergessliche Erlebnisse in der Luft und am Berg.
Und eines ist sicher: Die nächste gemeinsame Tour in ein anderes Fluggebiet kommt bestimmt!

Bilder von der Tour gibt es im Mitgliederbereich (Admidio)

Wichtiger Hinweis: Rotwild-Fütterungsanlage – bitte nicht tief überfliegen

Liebe Pilotinnen und Piloten,

der Jäger der Waldkörperschaft hat uns gebeten, im Bereich der Rotwild-Fütterungsanlage am Mühlschartenkopf besondere Rücksicht zu nehmen. Die Anlage liegt am Hang auf ca. 1.100 m, direkt gegenüber vom Buchenberg, und wird beim Flug in Richtung Wolfskopf als erstes überflogen. Beim Anflug der Trauchgauer ist die Fütterungsanlage zudem gut aus der Luft zu erkennen.

Bitte vermeidet dort von Anfang Dezember bis Mitte Mai tiefe Überflüge und überfliegt den Bereich möglichst oberhalb von 1.400 m MSL/AMSL (QNH).

Das Rotwild reagiert in dieser Zeit besonders sensibel auf Störungen. Im Frühjahr beginnt zudem die Aufzuchtzeit, weshalb Ruhe in diesem Bereich besonders wichtig ist. Tiefe Überflüge können unnötige Unruhe, Stress und Fluchtreaktionen auslösen.

Der DHV empfiehlt im Sinne des Naturschutzes, Abstand zu Wildtieren zu halten, nicht auf Wild zuzufliegen oder über Wild zu kreisen, Brut- und Setzzeiten zu respektieren sowie möglichst hoch zu fliegen und tiefes Kreisen zu meiden.

Vielen Dank für eure Rücksichtnahme.

Die Information darf gerne weitergeleitet werden.

Rotwild-Fütterungsanlage Trauchgau

Vortrag Streckenfliegen mit Martin Petz

Streckenfliegen Vortrag mit Martin Petz

28.3.2026 im Schlossbrauhaus Schwangau. Unten: Zünftige Blasmusik. Oben: der Saal zum Bersten voll, denn rund 60 streckenfluginteressierte OAL-GSler sind gekommen um dem Vortrag „Streckenfliegen“ von Vereinskollege, Strecken- und Wettkampfpilot Martin Petz zu lauschen.

Martin fliegt seit 2005, hat über 135 Wettbewerbe absolviert, mehrere tausend Stunden Airtime gesammelt und viele beeindruckende Streckenflüge gemacht. Er trainiert intensiv. Seit ein anderer Wettkampfpilot seinen Take-Off mit „Man, you start like shit“ kommentierte, auch das Starten.

Seinen Vortrag baute Martin chronologisch auf:

1. Ausrüstung

        Wichtig ist ein Schirm, dem man vertraut, und ein Gurtzeug, das bequem ist. Ein neuer Schirm sollte nicht mit einem sehr alten Gurtzeug kombiniert werden. Bequeme, warme Kleidung gehört ebenso dazu, bei Bedarf auch beheizbare Handschuhe.

        2. Der Pilot

        Ein zentrales Thema war die eigene Flugpraxis. Sicheres Starten sollte regelmäßig geübt werden, zum Beispiel beim Groundhandling. Auch das Landen erfordert Aufmerksamkeit, da sich die Windrichtung bodennah ändern kann. Thermikfliegen braucht Übung, genauso wie die mentale Stärke, dranzubleiben. Körperliche und mentale Fitness sind entscheidend. Ebenso wichtig sind saubere Flugtechnik und die Fähigkeit, das Wetter richtig einzuschätzen.

        3. Aktive Sicherheit

        Das Wichtigste ist der Pilot selbst. Nach dem Winter sollte man langsam wieder einsteigen und mehr üben, etwa durch Groundhandling oder Sicherheitstrainings. Wettereinschätzungen und Wetterentscheidungen spielen eine zentrale Rolle, um Risiken zu minimieren. Dazu gehört auch die Bereitschaft, landen zu gehen, selbst wenn andere noch fliegen. Feedback von anderen Piloten sollte aktiv eingeholt und angenommen werden.

        4. Passive Sicherheit

        Zur passiven Sicherheit gehört Live-Tracking mit einem geteilten Link. Die Ausrüstung sollte überprüft sein, insbesondere der Schirm und der Retter. Ein Buddy-Check vor dem Start ist sinnvoll. Außerdem sollte eine Notfallplanung mit Kontaktdaten und Versicherungsinformationen vorhanden sein. Ein gründlicher Wettercheck gehört ebenfalls dazu.

        5. Vorbereitung und Flug

        Bereits am Vortag bereitet Martin Ausrüstung und Geräte vor. Ausreichend trinken, keinen Alkohol konsumieren und früh schlafen gehen. Auch die Anreise sollte entspannt und rechtzeitig geplant sein.

        Am Flugtag erfolgt ein erneuter Wettercheck, sowohl live als auch auf Basis der Vorhersage. Die Anreise sollte früh genug erfolgen. Essen und Trinken sind wichtig, wobei Martin nicht zu viel Kaffee empfiehlt. Der Startplatz sollte rechtzeitig erreicht werden. Die Ausrüstung wird vorbereitet, gerne auch noch einmal im Schatten abgelegt. Beobachtungen von Vögeln und anderen Piloten helfen bei der Einschätzung der Bedingungen. Der Startzeitpunkt sollte bewusst gewählt werden, mit vollem Fokus auf den Start.

        6. Thermik finden

        Thermik lässt sich unter anderem durch Thermikanzeiger wie Vögel oder andere steigende Schirme erkennen. Auch die Geländeausrichtung ist entscheidend: morgens eher Osthänge, mittags Südhänge, schneefreie und sonnenbeschienene Bereiche. Abrisskanten sind ebenfalls relevante Bereiche. Ergänzend erwähnte Martin die Dreieckstheorie mit dem umgekehrten Dreieck, von dem Honig abtropft, beschrieben von Ferdinand Vogel.

        7. Thermik nutzen

        Thermik sollte möglichst schnell angeflogen werden. Wenn andere bereits kreisen, ordnet man sich ein. Die Drehrichtung ergibt sich aus den anderen Fliegern bzw. wenn man allein ist, aus dem Gefühl für die Thermik. Im Zweifel eher gegen den Wind eindrehen. Enges Kreisen hilft, den Kern nicht zu verlieren. Ziel ist es, mit möglichst wenig Bremse zu fliegen, aber so viel wie nötig für Sicherheit. Die Außenbremse eher öffnen als innen stärker anzubremsen. Der Außenflügel sollte im Kreis über dem Piloten bleiben. Suchkreise helfen bei der Zentrierung.

        Die 45-Grad-Regel beachten! Sie besagt, dass der Wolkenrand maximal in einem Winkel von 45 Grad peilbar sein muss, um in Falle starken Steigens unter Wolke den sicheren Rand zu erreichen. Wir wollen ja nicht eingesaugt werden. Gleichzeitig sollte die Umgebung beobachtet werden, um zu erkennen, ob es an anderer Stelle besser steigt. Beim Abflug sollte man so planen, dass man die nächste Thermik gut erreicht.

        8. Fliegen & Gleiten

        Die Route sollte im Kopf klar sein. Eine Art Perlenkette aus Thermiken vor dem inneren Auge hilft bei der Flugoptimierung. Geschwindigkeit wird über Bremse und Beschleuniger reguliert, ohne zu viel einzugreifen. Martin teilt den Himmel in Bereiche ein. Keine Scheuklappen: Auch wenn das (nächste) Ziel schon nah ist, aufmerksam bleiben (steigt jemand anders besser?). Entspannen gehört ebenfalls dazu, genauso wie Essen, Trinken und auch mal Fotos machen.

        Spaß haben, hoch bleiben und das Ziel im Blick behalten, aber Schritt für Schritt denken. Das Wetter sollte immer beobachtet werden. Auch der eigene „Batteriestand“ (und ggf. auch der deiner Geräte) ist relevant.

        9. Landen

        Ein möglicher Landeplatz sollte immer in Reichweite sein, idealerweise mit zwei Optionen nebeneinander. Auch Alternativen hinter einem sollten bedacht werden. Ein Tipp ist, möglichst nahe an einer Straße zu landen, um eine Mitfahrgelegenheit zu haben, jedoch nur wenn es sicher ist. Die Windrichtung muss beachtet werden, ebenso mögliche Gefahren wie Seile, Stromleitungen, drehende Windrichtung in Bodennähe.

        10. Fazit

          Streckenfliegen macht nicht glücklich. Der Spaß am Fliegen macht es.

          Danke Martin für einen genialen Vortrag. Mein persönliches Fazit: Es gibt nicht den einen genialen Trick, der einen zum herausragenden Streckenflieger macht, es ist die Summe der minutiösen Planung, des tiefen Wissens und intensiven Trainings, und vielleicht auch eine Portion Talent, die einen außergewöhnlichen Piloten ausmachen.

          Von Martin genutzte Webseiten:

          • Flugdatenbank: XContest, DHV-XC
          • Wetter: meteo-parapente, xc-therm, paraglidable, breezeDude, windy,
          • meteoblue
          • Flugplanung: flyxc.app, SeeYou.cloud, ThermiXC, GoogleEarth
          • Flugapps: SeeYou, XCTrack, Burnair
          • Livetracking: XCTrack, PureTrack.io, InReach