Rückblick auf unsere Saison 2025

Beim diesjährigen Vereinsabend wurden der Jahresrückblick, die XC-Auswertungen und die Siegerehrungen präsentiert. Die Eindrücke des Abends zeigen eindrucksvoll, wie aktiv und erfolgreich die Pilot*innen der Ostallgäuer Gleitschirmflieger unterwegs waren.

Ein starkes Flugjahr in Zahlen

Was für eine Saison! Gemeinsam haben wir gezeigt, wie aktiv unser Verein ist:

  • 109 Pilot*innen haben Flüge eingereicht
  • 3.717 Stunden waren wir zusammen in der Luft
  • 54.082 km sind wir insgesamt geflogen

Unsere Top-Gebiete:

  • Buchenberg: 842 Starts
  • Tegelberg: 610 Starts
  • Breitenberg, Hahnenkamm und Neunerköpfle folgen dicht dahinter

Und natürlich gab es beeindruckende Rekordflüge, z.B. 300,5 km von Martin Petz am Hahnenkamm – eine unglaubliche Leistung!

Bundesliga – wir bleiben erstklassig!

Auch 2025 haben wir uns in der 1. Bundesliga gehalten – und zwar solide auf Platz 10

Insgesamt wurden 64 Flüge gewertet, im Schnitt 74 km pro Flug. Das zeigt, wie verlässlich und engagiert unsere Pilot*innen an den Wochenenden unterwegs waren.

Spezialaufgaben – Kreativität und Ausdauer gefragt

„Flieg über Deinen Schatten“

Hier ging es darum, die eigene Bestleistung zu steigern. Die größten Sprünge erzielten:

  1. Marc-Philipp Knechtle –> +383 %
  2. Roland Feil –> +263 %
  3. Andreas Geiger –> +259 %

Ein besonders schöner Wettbewerb, weil er alle motiviert – vom Einsteiger bis zum Streckenprofi.

„Aquariumfliegen“

Die Aufgabe: Mit A- oder B-Schirm so lange wie möglich innerhalb eines 10-km-Radius am Startberg zu fliegen.
Sieger 2025: Ingo Kallmeyer, der sich am Buchenberg fantastische 5:21 Stunden in der Luft gehalten hat!

Punktlande-Challenge – Präzision lohnt sich

Mit 162 Punktlandungen war dieses Jahr ordentlich Betrieb an unseren Landeplätzen.
Besonders fleißig war Kurt mit 59 Punktlandungen – und zusätzlich war er auch der eifrigste Videolieferant.

Der Gewinner am Glücksrat waren

  • Woife
  • Kurt
  • Benny
    Die Challenge sorgt immer wieder für Spaß und schöne Lernmomente.

Internationale DHV-XC Wertung – Erfolge über die Vereinsgrenzen hinaus

Auch in der internationalen XC-Wertung (DHV-XC) waren die OAL-GS Pilot*innen stark vertreten.

Gesamtwertung (alle Klassen)

  • 1. Platz: Martin Petz – 1.134 Punkte
  • 2. Platz: Heiko Winkler – 920 Punkte
  • 3. Platz: Benjamin Lutze – 752 Punkte

Damenwertung

  • 1. Platz: Edith Geiger – 401 Punkte
  • 2. Platz: Hendrikje Kühl – 399 Punkte
  • 3. Platz: Miriam Edelmann – 198 Punkte

Diese Ergebnisse unterstreichen die sportliche Stärke des Vereins auch im überregionalen Vergleich.

OAL-GS XC Wettbewerb – unsere Besten 2025

Auch dieses Jahr gab es wieder viele herausragende XC-Leistungen.

Damenwertung

  • 1. Platz: Hendrikje Kühl – 89,2 km
  • 2. Platz: Edith Geiger – 63,2 km
  • 3. Platz: Nadya Petz – 45,9 km

Gesamtwertung

  • 1. Platz: Martin Petz – 300,5 km vom Hahnenkamm, fast 11 Stunden in der Luft!
  • 2. Platz: Lorenz Berker – 221,2 km vom Tegelberg
  • 3. Platz: Benjamin Lutze – 145,2 km vom Hahnenkamm

Diese Flüge haben nicht nur beeindruckende Zahlen, sondern erzählen unglaubliche Geschichten von Ausdauer, Routenplanung und fliegerischem Können.

Was bleibt vom Abend?

Vor allem die Freude darüber, wie vielseitig unser Vereinsleben ist – von Anfängerinnen, die ihre ersten XC-Kilometer sammeln, bis zu Pilotinnen, die 300-km-Dreiecke fliegen.
Der Abend hat wieder einmal gezeigt, wie viel Herzblut jede und jeder von uns in diesen Sport steckt.

Der Vorstand bedankt sich bei allen, die die Saison 2025 so besonders gemacht haben – durch Flüge, Engagement, Videos, Spaß und Gemeinschaft. Lasst uns genau so motiviert in die neue Saison starten!

Jährlicher Speedrun auf den Buchenberg – Sonne, Spaß und Spitzenzeiten

Speedrun 2025

Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung fand am vergangenen Wochenende unser jährlicher Speedrun auf den Buchenberg statt.

Pünktlich um 10 Uhr ging es los, 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dabei und starteten am Landeplatz Buchenberg bei perfekten Bedingungen. Die Stimmung war top, die Motivation hoch – und die Zeiten beeindruckend:

Der schnellste Läufer, Bastian, meisterte die Strecke in 25 Minuten und 41 Sekunden. Franziska war als schnellste Frau mit einer Zeit von 30 Minuten und 28 Sekunden ebenfalls stark unterwegs. Der Gesamtschnitt über alle Teilnehmenden lag bei unter 35 Minuten – eine großartige Gesamtleistung!

Doch beim Buchenberg-Speedrun zählt nicht nur reine Schnelligkeit. Die Wertung setzt sich aus mehreren Disziplinen zusammen:

  • der Punktlandung mit dem Gleitschirm,
  • der Laufstrecke mit stehendem Schirm,
  • und einem Quiz, das zusätzlich Zeit und Köpfchen forderte.

Diese Kombination aus Ausdauer, Fluggefühl und Wissen machte das Event wieder zu einem echten Erlebnis für alle.

Die Gewinner 2025

Nach Auswertung aller Disziplinen ergaben sich folgende Podestplätze:
1. Platz: Bastian
2. Platz: Lorenz
3. Platz: Magnus

Die Siegerehrung fand anschließend in geselliger Runde in der Pizzeria Casa Maria statt – ein perfekter Abschluss eines rundum gelungenen Tages.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Sponsoren für die großzügige Unterstützung mit tollen Sachpreisen:

Und nicht zu vergessen: Kurt und Woife waren ebenfalls mit am Start – außerhalb der Wertung, aber mit großem Einsatz für die Umwelt! Während die anderen um Sekunden kämpften, sammelten die beiden fleißig den Müll ein, den Wanderer auf der Strecke hinterlassen hatten. Die schmutzigen Details wollen wir hier lieber nicht zeigen – aber ein riesiges Dankeschön an euch beide!

Alle Ergebnisse, Zeiten und Bilder des diesjährigen Buchenberg-Speedrun findet ihr im Mitgliederbereich auf Admidio!

Und ein Video vom Event gibt es auch auf Youtube -> https://youtu.be/Yst9N2fJRcA

Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Buchenberg-Speedrun – mit neuen Bestzeiten, spannenden Flügen und hoffentlich wieder so traumhaftem Wetter!

Spendenübergabe an die Bergwacht Füssen

1.142 € durch Fotowettbewerb beim Sommerfest gesammelt

Im Rahmen des Sommerfests der Ostallgäuer Gleitschirmflieger e.V. im Juli 2025 fand erneut unser traditioneller Fotowettbewerb statt. Wie jedes Jahr wurden die eingereichten Bilder der teilnehmenden Vereinsmitglieder versteigert – der Erlös ging auch diesmal an die Bergwacht Füssen, die uns im Flugsport seit vielen Jahren kompetent und verlässlich zur Seite steht.

Wir freuen uns sehr, dass bei der Versteigerung eine Spendensumme von 1.142 € zusammenkam. Am 17. September konnten Miriam Edelmann, Lilly Waterloo und Tobias Edelmann die Spende im Namen des Vereins persönlich an die Bergwacht übergeben.

Im Gespräch zeigte sich erneut, wie wichtig diese Unterstützung ist: Allein im Jahr 2025 war die Bergwacht Füssen bereits bei 17 Einsätzen im Zusammenhang mit Gleitschirmunfällen im Einsatz – alle glücklicherweise mit gutem Ausgang.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitglieder, die sich mit einem Foto beteiligt oder bei der Versteigerung mitgeboten haben – und natürlich an die Bergwacht für ihren täglichen Einsatz für unsere Sicherheit in der Luft und am Berg.

OAl-GS Sicherheitstraining am Idrosee

OLA-GS Sicherheitstraining am Idrosee 2025

Erneut hatten wir OAL-GSler uns ein eigenes Sicherheitstraining organisiert, diesmal am Idrosee. Am Anreisetag traf sich die Gruppe mittags zum Kennenlernen. Die Organisation war top: WhatsApp-Gruppe eingerichtet, Infos verteilt, Shuttle bereit.

Das Trainer-Team bestand aus erfahrenen Sky-Performance-Coaches der Flugschule Freiflug. Einer gab Anweisungen vom Boot, der andere unterstützte am Startplatz. Shuttle- und Video-Team sorgten für schnelle Auffahrten und präzise Aufnahmen.

Geflogen wurde alles: Steilspiralen, beschleunigte Klapper, Spins, Stalls, Spin-to-Heli. Die Trainer begleiteten per Funk, gaben klare Ansagen und bauten Vertrauen auf. Bald wagten sich viele an Manöver, die zuvor undenkbar schienen.

Dann folgten Videoanalyse und Theorie – praxisnah und nie trocken. Auch der mentale Aspekt kam nicht zu kurz: Umgang mit Angst, Stress und Konzentration wurde gezielt trainiert.

Abends standen freiwillige Flüge an – mit Funk oder einfach zum Genießen. Einige warfen testweise den Retter, andere unfreiwillig: Bei kritischer Spirale und zu wenig Höhe blieb keine Wahl.

Am Ende hieß es Abschied nehmen – aber mit Kontakten im Gepäck und neuen Fähigkeiten im Kopf. Der fliegerische Werkzeugkasten der Teilnehmer ist jetzt deutlich voller. Wir freuen uns bereits auf die nächste gemeinsame OAl-GS Aktivität!


Erste Hilfe für Gleitschirmpiloten – Update

Ersthelfer Karten

Slowenien, Landeplatz Kobarid im Juni 2025. Es ist heiß und thermisch. Vor mir schießt ein anderer Pilot quer ins Landefeld. Er landet liegend – und bewegt sich nicht. Ich rufe andere Piloten zur Hilfe, gurte mich ab, wir laufen zu ihm. Er ist nicht ansprechbar, zuckt unkontrolliert. Notfall! Spätestens jetzt wünsche ich mir, dass der 1. Hilfekurs speziell für Gleitschirmpiloten, den wir als Verein durchgeführt hatten, nicht schon so lange zurück liegt. Denn ich bin nicht 100% sicher, wie ich am besten vorgehe.

Hier kommt mein Update aus dem Kurs:

1. Allgemeine Grundlagen der Ersten Hilfe

Die Kernbotschaft der Ersten Hilfe ist, „schnell, beherzt, notfalls energisch“ zu handeln und keine Angst vor Fehlern zu haben, da jede Verzögerung die Überlebenschancen verschlechtert.

1.1 Eigenschutz und Gefahrensicherung

Bevor jegliche Hilfe geleistet wird, muss der Eigenschutz gewährleistet sein. Sichert die Gefahrenstelle ab (Fremd- und Eigenschutz). Bei Gleitschirmunfällen bedeutet dies u.a., auch den eigenen Schirm zusammenzuraffen.

1.2 Notruf 112

Der Notruf sollte so früh wie möglich abgesetzt werden, idealerweise durch eine zweite Person, während die Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden. In allen europäischen Ländern funktioniert die 112.

Die 5-W-Fragen für den Notruf:

  • Was? (Ist passiert)
  • Wo? (Ort des Geschehens)
  • Wieviele? (Betroffene Personen)
  • Wer? (Name des Anrufers)
  • Warten (Auf Rückfragen der Leitstelle)

Zusätzlich relevant für Gleitschirmflieger-Unfälle:

  • Besteht Absturzgefahr?
  • Welche Höhe?
  • Welcher Flugberg?
  • Flugrichtung?
  • Abstand zum Boden?
  • Schirmfarbe?

GPS-Koordinaten angeben (Handy-Funktionen zur GPS-Abrufung sollten im Vorfeld bekannt sein oder spezielle Apps wie „SOS EU ALP“ genutzt werden, die GPS-Daten direkt übermitteln können). 

1.3 Bewusstseins- und Atmungsprüfung

Der Ersthelfer sollte die Person laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern schütteln. Wenn keine Reaktion erfolgt, muss die Atmung geprüft werden. Dies geschieht, indem man sich für 10 Sekunden über den Piloten beugt, den Kopf überstreckt und die Atmung per Gehör, Gefühl am Ohr und Beobachtung der Brust wahrnimmt. Es ist wichtig, „Schnappatmung“ nicht als normale Atmung zu verwechseln. Im Zweifel ist immer so zu handeln, als sei die Atmung nicht normal.

2. Lebensrettende Sofortmaßnahmen

2.1 Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung)

Wenn der Pilot nicht atmet, muss sofort mit der Reanimation begonnen werden. Frequenz und Rhythmus: „100 – 120 Impulse pro Minute“. Dies entspricht Liedern wie „Staying alive”, „Highway to hell“ oder „Don’t stop me now“.

Zyklus: 30x Herzdruckmassage, gefolgt von 2x Beatmung.

Herzdruckmassage: Die Hände werden im untersten Drittel des Brustkorbes aufgelegt. „Drücken, drücken, drücken“ ist entscheidend, da es den noch vorhandenen Sauerstoff ins Blut pumpt. Es erfordert viel Kraft, daher sollte man sich alle 2 Minuten (oder nach ca. 4 Zyklen) mit anderen Helfern abwechseln.

Beatmung: Nach 30 Herzdruckmassagen müssen die Atemwege freigemacht werden (Kopf nach hinten neigen, Kinn anheben). Es sind zwei Beatmungen durchzuführen, entweder Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase. Falls die Beatmung aus irgendeinem Grund nicht klappt, sollte zumindest die Herzdruckmassage fortgesetzt werden.

Defibrillator (AED): Falls verfügbar, einen Defibrillator zu holen. Die „Defi App“ des DRK listet solche Stellen auf.

2.2 Stabile Seitenlage

Wenn der Pilot atmet, aber bewusstlos ist, sollte er in die stabile Seitenlage gedreht werden.

3. Spezifische Szenarien bei Gleitschirmunfällen

3.1 Pilot reagiert

  • Regel Nr. 1: So wenig wie möglich bewegen.
  • Ansprechen, dass der Kopf nicht bewegt werden soll.
  • Helm anlassen, außer bei Bewusstlosigkeit.
  • Kopf fixieren!
  • Handlungen immer ankündigen.
  • Gut zureden.
  • Fragen nach Name, Vorerkrankungen, Medikamenten, Angehörigen stellen (für Rettungsdienst).
  • Keine Schmerzmittel o.ä. geben.
  • Wärmeerhalt!
  • Ggf. Schatten spenden oder Sichtschutz mit dem Schirm bilden.

Helm abnehmen bei Bewusstlosigkeit: Am besten zu zweit, einer stützt den Kopf, der andere nimmt den Helm in „Sägezahntechnik“ herunter.

3.2 Hängetrauma

Ein Hängetrauma tritt auf, wenn man im Baum hängt und die Blutzirkulation unterbrochen wird, was nach 20-30 Minuten zu Multiorganversagen führen kann.

  • Lösung: Ins Sitzen kommen, am Ast mit Beinen abstützen.
  • Ausrüstung: Eine griffbereite Schlinge (z.B. Dyneema Bandschlinge) mitführen, um die Lage zu ändern, sich an Ästen hochzuziehen oder sich am Baum zu sichern. Die Schlinge ermöglicht auch, darin zu stehen.
  • Muskelbewegung: Wenn das nicht funktioniert, Muskeln so viel wie möglich bewegen, um die Zirkulation zu erhalten.
  • Aufmerksamkeit: Eine Pfeife ist hilfreich, um auf sich aufmerksam zu machen.

3.3 Blutung stoppen (Druckverband)

  • Verband 2x wickeln.
  • Ein Päckchen oder Ähnliches als Druckpolster auflegen.
  • Eng, aber nicht zu fest wickeln.
  • Links/rechts schräg wickeln.
  • Bei Platzwunden am Kopf: ohne Druck wickeln.
  • Bei starken Blutungen am Arm oder der Hand direkten Druck auf die Wunde ausüben. 

4. Rechtliche Aspekte und Schutz des Ersthelfers

In Deutschland sind Ersthelfer grundsätzlich vor zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen geschützt.  Das Gesetz verlangt kein perfektes Vorgehen, sondern „nach bestem Wissen und Gewissen“ zu handeln. Die unterlassene Hilfeleistung ist hingegen strafbar.