OAL-GS XC Königswinkel am Breitenberg: Gemeinsamer Flugtag mit viel Freude, coolen Flügen und Wissensvermittlung

OAl-GS XC Königswinkel am Breitenberg im Mai 2026

Für Samstag, den 9. Mai, organisierte der Verein rund um Heiko erneut das XC Königswinkel Fliegerevent, an dem Astrid und ich erstmals teilnahmen.

Beim Streckenfliegen stehen wir noch am Anfang und waren uns zunächst unsicher, ob so ein Event der richtige Rahmen für uns ist. Heiko stellte aber klar: Alle sind willkommen, egal ob Anfänger*in oder Profi. Genau dafür gibt es solche Veranstaltungen. Bereits das Briefing am Vorabend per Teams war voller wertvoller Tipps zu Wetter, Flugrouten, Start- und Landeplätzen.

Die Wetterprognose war zunächst durchwachsen. Nach nächtlichem Regen trafen sich dennoch rund 40 Pilot*innen an der Talstation der Breitenbergbahn. Nach einem kurzen Briefing ging es zum Startplatz Brandplatz. Dort hieß es zunächst warten, beobachten und Erfahrungen austauschen. Die Thermik entwickelte sich langsam, gleichzeitig bestand später Gewittergefahr.

Unser einziges Ziel war simpel: sauber starten und schauen, was möglich ist. Astrid startete vor mir, ich musste meinen ersten Versuch wegen einer eingeklappten Front abbrechen. Beim zweiten Versuch klappte es und ich fand mit Heikos Tipps erste Thermik am Breitenberg. Bald schraubten wir uns über Ostlerhütte und Gipfel nach oben. Dieses Gefühl, bekannte Berge plötzlich von oben zu sehen, war überwältigend.

Wir entschieden uns für eine kleinere Route Richtung Vilser Kogel. Immer wieder halfen uns Thermikfunde weiter. Gleichzeitig mussten wir Wind, Lee-Seiten und Wetterentwicklung im Blick behalten. Besonders schön war es, Astrid zwischendurch wiederzufinden und gemeinsam zu kreisen. Später wurde die Thermik jedoch sehr stark und ich wurde kurzzeitig in Wolkennähe eingesaugt, was mir deutlich zeigte, dass es Zeit zum Landen wurde.

Am Ende blieb ein großartiger Flugtag voller Lernerfahrungen. Einige Pilot*innen schafften sogar die große Forggensee-Runde. Beim gemeinsamen Ausklang in Buching wurde klar, wie viel Herzblut im Verein steckt. Unser Dank gilt besonders Heiko und dem Vorstand für die professionelle Organisation. Für uns steht fest: Wenn es zeitlich passt, wollen wir künftig häufiger dabei sein.

Den ausführlichen Artikel könnt ihr auf Millas Blog lesen.

Autorin: OAL-GS Mitglied Milla Schütz

Hike-and-Fly mit Tomasz aufs Hörnle

Am Samstag, den 18.04.2026, war es wieder so weit: 11 Mitglieder des OAL-GS machten sich gemeinsam auf den Weg zu einer wunderschönen Hike-and-Fly-Tour aufs Hörnle in Bad Kohlgrub. Organisiert und begleitet wurde der Ausflug von Tomasz, der mit viel Engagement und Überblick für einen rundum gelungenen Tag sorgte.

Für viele aus der Gruppe war das Hörnle als Flugberg noch unbekannt – umso größer waren Neugier und Vorfreude auf dieses gemeinsame Abenteuer. Los ging es am Parkplatz aber nicht direkt bergauf, sondern zunächst zum Landeplatz. Dort gab Tomasz eine ausführliche Einweisung zur Landeeinteilung und erklärte die besonderen Gegebenheiten am Landeplatz und im Fluggebiet. So waren alle bestens vorbereitet und konnten mit einem guten und sicheren Gefühl in den Tag starten.

Danach begann der Aufstieg. In angenehmem Tempo ging es gemeinsam die rund 500 Höhenmeter hinauf. Der Weg bot Zeit für Gespräche, Vorfreude und dieses besondere Gefühl, als Gruppe unterwegs zu sein. Oben angekommen warteten der Gipfel, der Startplatz und beste Stimmung auf uns.

Bevor es in die Luft ging, folgte noch die Startplatzeinweisung durch Tomasz. Gemeinsam wurden Wind und Wetter aufmerksam beobachtet und die Bedingungen genau eingeschätzt. Dann kam dieser besondere Moment, auf den beim Hike and Fly alle hinfiebern: das Starten.

Und was für ein Moment das war! Alle Teilnehmenden konnten zu einem schönen Flug abheben und kamen sicher, sauber und zufrieden wieder unten an. Ein rundum gelungener Flugtag, der sicher allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Besonders lange in der Luft war an diesem Tag Robert unterwegs – unser augenzwinkernder Held des Tages. Herzlichen Glückwunsch zu dieser starken Airtime!

Am Landeplatz wurde anschließend noch gemütlich zusammengesessen, über die Flüge gesprochen, Eindrücke geteilt und das Erlebte gemeinsam nachklingen gelassen. Genau diese Momente sind es, die unser Vereinsleben so besonders machen: zusammen unterwegs sein, gemeinsam erleben und die Begeisterung fürs Fliegen teilen.

Und weil der Tag noch lange nicht zu Ende war, nutzten einige aus der Gruppe die frühe Stunde und brachen direkt noch zu weiteren Flügen an den Buchenberg und den Tegelberg auf.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für diesen wunderbaren gemeinsamen Tag – und ein ganz besonderer Dank geht an Tomasz für die Organisation, die Einweisungen und die tolle Begleitung. Ebenso danken wir der Flugschule Edelweiß, mit der sich Tomasz im Vorfeld zur Vorbereitung abgestimmt hatte.

Solche Tage zeigen einmal mehr, was den OAL-GS ausmacht: Gemeinschaft, Leidenschaft und unvergessliche Erlebnisse in der Luft und am Berg.
Und eines ist sicher: Die nächste gemeinsame Tour in ein anderes Fluggebiet kommt bestimmt!

Bilder von der Tour gibt es im Mitgliederbereich (Admidio)

Wichtiger Hinweis: Rotwild-Fütterungsanlage – bitte nicht tief überfliegen

Liebe Pilotinnen und Piloten,

der Jäger der Waldkörperschaft hat uns gebeten, im Bereich der Rotwild-Fütterungsanlage am Mühlschartenkopf besondere Rücksicht zu nehmen. Die Anlage liegt am Hang auf ca. 1.100 m, direkt gegenüber vom Buchenberg, und wird beim Flug in Richtung Wolfskopf als erstes überflogen. Beim Anflug der Trauchgauer ist die Fütterungsanlage zudem gut aus der Luft zu erkennen.

Bitte vermeidet dort von Anfang Dezember bis Mitte Mai tiefe Überflüge und überfliegt den Bereich möglichst oberhalb von 1.400 m MSL/AMSL (QNH).

Das Rotwild reagiert in dieser Zeit besonders sensibel auf Störungen. Im Frühjahr beginnt zudem die Aufzuchtzeit, weshalb Ruhe in diesem Bereich besonders wichtig ist. Tiefe Überflüge können unnötige Unruhe, Stress und Fluchtreaktionen auslösen.

Der DHV empfiehlt im Sinne des Naturschutzes, Abstand zu Wildtieren zu halten, nicht auf Wild zuzufliegen oder über Wild zu kreisen, Brut- und Setzzeiten zu respektieren sowie möglichst hoch zu fliegen und tiefes Kreisen zu meiden.

Vielen Dank für eure Rücksichtnahme.

Die Information darf gerne weitergeleitet werden.

Rotwild-Fütterungsanlage Trauchgau

Spendenübergabe an die Bergwacht Füssen

1.142 € durch Fotowettbewerb beim Sommerfest gesammelt

Im Rahmen des Sommerfests der Ostallgäuer Gleitschirmflieger e.V. im Juli 2025 fand erneut unser traditioneller Fotowettbewerb statt. Wie jedes Jahr wurden die eingereichten Bilder der teilnehmenden Vereinsmitglieder versteigert – der Erlös ging auch diesmal an die Bergwacht Füssen, die uns im Flugsport seit vielen Jahren kompetent und verlässlich zur Seite steht.

Wir freuen uns sehr, dass bei der Versteigerung eine Spendensumme von 1.142 € zusammenkam. Am 17. September konnten Miriam Edelmann, Lilly Waterloo und Tobias Edelmann die Spende im Namen des Vereins persönlich an die Bergwacht übergeben.

Im Gespräch zeigte sich erneut, wie wichtig diese Unterstützung ist: Allein im Jahr 2025 war die Bergwacht Füssen bereits bei 17 Einsätzen im Zusammenhang mit Gleitschirmunfällen im Einsatz – alle glücklicherweise mit gutem Ausgang.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitglieder, die sich mit einem Foto beteiligt oder bei der Versteigerung mitgeboten haben – und natürlich an die Bergwacht für ihren täglichen Einsatz für unsere Sicherheit in der Luft und am Berg.

Erste Hilfe für Gleitschirmpiloten – Update

Ersthelfer Karten

Slowenien, Landeplatz Kobarid im Juni 2025. Es ist heiß und thermisch. Vor mir schießt ein anderer Pilot quer ins Landefeld. Er landet liegend – und bewegt sich nicht. Ich rufe andere Piloten zur Hilfe, gurte mich ab, wir laufen zu ihm. Er ist nicht ansprechbar, zuckt unkontrolliert. Notfall! Spätestens jetzt wünsche ich mir, dass der 1. Hilfekurs speziell für Gleitschirmpiloten, den wir als Verein durchgeführt hatten, nicht schon so lange zurück liegt. Denn ich bin nicht 100% sicher, wie ich am besten vorgehe.

Hier kommt mein Update aus dem Kurs:

1. Allgemeine Grundlagen der Ersten Hilfe

Die Kernbotschaft der Ersten Hilfe ist, „schnell, beherzt, notfalls energisch“ zu handeln und keine Angst vor Fehlern zu haben, da jede Verzögerung die Überlebenschancen verschlechtert.

1.1 Eigenschutz und Gefahrensicherung

Bevor jegliche Hilfe geleistet wird, muss der Eigenschutz gewährleistet sein. Sichert die Gefahrenstelle ab (Fremd- und Eigenschutz). Bei Gleitschirmunfällen bedeutet dies u.a., auch den eigenen Schirm zusammenzuraffen.

1.2 Notruf 112

Der Notruf sollte so früh wie möglich abgesetzt werden, idealerweise durch eine zweite Person, während die Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden. In allen europäischen Ländern funktioniert die 112.

Die 5-W-Fragen für den Notruf:

  • Was? (Ist passiert)
  • Wo? (Ort des Geschehens)
  • Wieviele? (Betroffene Personen)
  • Wer? (Name des Anrufers)
  • Warten (Auf Rückfragen der Leitstelle)

Zusätzlich relevant für Gleitschirmflieger-Unfälle:

  • Besteht Absturzgefahr?
  • Welche Höhe?
  • Welcher Flugberg?
  • Flugrichtung?
  • Abstand zum Boden?
  • Schirmfarbe?

GPS-Koordinaten angeben (Handy-Funktionen zur GPS-Abrufung sollten im Vorfeld bekannt sein oder spezielle Apps wie „SOS EU ALP“ genutzt werden, die GPS-Daten direkt übermitteln können). 

1.3 Bewusstseins- und Atmungsprüfung

Der Ersthelfer sollte die Person laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern schütteln. Wenn keine Reaktion erfolgt, muss die Atmung geprüft werden. Dies geschieht, indem man sich für 10 Sekunden über den Piloten beugt, den Kopf überstreckt und die Atmung per Gehör, Gefühl am Ohr und Beobachtung der Brust wahrnimmt. Es ist wichtig, „Schnappatmung“ nicht als normale Atmung zu verwechseln. Im Zweifel ist immer so zu handeln, als sei die Atmung nicht normal.

2. Lebensrettende Sofortmaßnahmen

2.1 Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung)

Wenn der Pilot nicht atmet, muss sofort mit der Reanimation begonnen werden. Frequenz und Rhythmus: „100 – 120 Impulse pro Minute“. Dies entspricht Liedern wie „Staying alive”, „Highway to hell“ oder „Don’t stop me now“.

Zyklus: 30x Herzdruckmassage, gefolgt von 2x Beatmung.

Herzdruckmassage: Die Hände werden im untersten Drittel des Brustkorbes aufgelegt. „Drücken, drücken, drücken“ ist entscheidend, da es den noch vorhandenen Sauerstoff ins Blut pumpt. Es erfordert viel Kraft, daher sollte man sich alle 2 Minuten (oder nach ca. 4 Zyklen) mit anderen Helfern abwechseln.

Beatmung: Nach 30 Herzdruckmassagen müssen die Atemwege freigemacht werden (Kopf nach hinten neigen, Kinn anheben). Es sind zwei Beatmungen durchzuführen, entweder Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase. Falls die Beatmung aus irgendeinem Grund nicht klappt, sollte zumindest die Herzdruckmassage fortgesetzt werden.

Defibrillator (AED): Falls verfügbar, einen Defibrillator zu holen. Die „Defi App“ des DRK listet solche Stellen auf.

2.2 Stabile Seitenlage

Wenn der Pilot atmet, aber bewusstlos ist, sollte er in die stabile Seitenlage gedreht werden.

3. Spezifische Szenarien bei Gleitschirmunfällen

3.1 Pilot reagiert

  • Regel Nr. 1: So wenig wie möglich bewegen.
  • Ansprechen, dass der Kopf nicht bewegt werden soll.
  • Helm anlassen, außer bei Bewusstlosigkeit.
  • Kopf fixieren!
  • Handlungen immer ankündigen.
  • Gut zureden.
  • Fragen nach Name, Vorerkrankungen, Medikamenten, Angehörigen stellen (für Rettungsdienst).
  • Keine Schmerzmittel o.ä. geben.
  • Wärmeerhalt!
  • Ggf. Schatten spenden oder Sichtschutz mit dem Schirm bilden.

Helm abnehmen bei Bewusstlosigkeit: Am besten zu zweit, einer stützt den Kopf, der andere nimmt den Helm in „Sägezahntechnik“ herunter.

3.2 Hängetrauma

Ein Hängetrauma tritt auf, wenn man im Baum hängt und die Blutzirkulation unterbrochen wird, was nach 20-30 Minuten zu Multiorganversagen führen kann.

  • Lösung: Ins Sitzen kommen, am Ast mit Beinen abstützen.
  • Ausrüstung: Eine griffbereite Schlinge (z.B. Dyneema Bandschlinge) mitführen, um die Lage zu ändern, sich an Ästen hochzuziehen oder sich am Baum zu sichern. Die Schlinge ermöglicht auch, darin zu stehen.
  • Muskelbewegung: Wenn das nicht funktioniert, Muskeln so viel wie möglich bewegen, um die Zirkulation zu erhalten.
  • Aufmerksamkeit: Eine Pfeife ist hilfreich, um auf sich aufmerksam zu machen.

3.3 Blutung stoppen (Druckverband)

  • Verband 2x wickeln.
  • Ein Päckchen oder Ähnliches als Druckpolster auflegen.
  • Eng, aber nicht zu fest wickeln.
  • Links/rechts schräg wickeln.
  • Bei Platzwunden am Kopf: ohne Druck wickeln.
  • Bei starken Blutungen am Arm oder der Hand direkten Druck auf die Wunde ausüben. 

4. Rechtliche Aspekte und Schutz des Ersthelfers

In Deutschland sind Ersthelfer grundsätzlich vor zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen geschützt.  Das Gesetz verlangt kein perfektes Vorgehen, sondern „nach bestem Wissen und Gewissen“ zu handeln. Die unterlassene Hilfeleistung ist hingegen strafbar.